Schirmherr der Aline-Reimer-Stiftung

Roman Knižka

Wir freuen uns, dass der bekannte Film-,  Fernseh- und Theaterschauspieler Roman Knižka die Stiftung als Schirmherr unterstützt und das Anliegen und die Ziele der Stiftung einem grossen Publikum nahebringt.


Persönliche Worte des Schirmherren Roman Knižka
zur Eröffnung der 1. Stiftungsgala

Liebe Marina Reimer, lieber Dr. Lutz Reimer, liebe Sophia-Marie,

sehr geehrter Vorstand und Beirat der Stiftung, liebe Gäste.

Fragen wir in unserer Umgebung Kinder oder Jugendliche, was sie sich wünschen, bekommen wir selten zu hören: Gesundheit. Gilt diese doch in jungen Jahren als selbstverständlich. Doch das ist sie leider nicht.

Dieser Gedanke tut weh. Sehr weh. Ist aber doch unvermeidbar, wenn man sich im persönlichen Umfeld einer solch einschneidenden Diagnose wie Krebs stellen muss. Ist dies nicht für Kinder und Jugendliche eine noch größere Unbekannte als für uns Erwachsene?

Ja, junge Menschen sollen unbekümmert aufwachsen – wir Eltern wollen die Tatsache, dass es Krankheiten gibt, die mächtiger sind als wir, so lang wie möglich von ihnen fernhalten. Sie sollen Kräfte entwickeln, um sich für später zu wappnen, dabei wollen wir sie nicht verunsichern.

Wenn sie selbst oder ihre Geschwister an Krebs erkranken, trifft sie die Diagnose unvermittelter als Erwachsene, denn selbst betroffen zu sein schien doch bisher so gar keine Option.

Als Teenager oder als gerade erst „Erwachsener“, ist der Gedanke, dass das Leben endlich ist, ganz weit weg.

Zugegebenermaßen habe ich diese Endlichkeit für meine beiden Kinder bisher auch noch nie in Betracht gezogen.

Krebserkrankungen haben die Menschheit schon während der gesamten Evolution begleitet. Aber nie gingen wir so differenziert damit um wie heute - Wissenschaftler, Technologen und Ärzte geben ihr Bestes, um Mittel und Wege zu finden, Leben zu erhalten - und zu heilen.

Das die Heilungsrate bei jungen erkrankten Menschen mittlerweile wirklich hoch ist, haben wir also Personen zu verdanken, die fortwährend daran arbeiten. Behandlungsmethoden und Therapien können immer individueller auf jeden einzelnen Patienten abgestimmt werden.

Lassen Sie uns das würdigen und lassen Sie uns Teil dieser stetig fortschreitenden Entwicklung sein.

Doch auch das beste Medikament, die erfolgsversprechendste Therapie allein  vermag die Ängste junger Menschen, deren Leben plötzlich von Endlichkeit bedroht ist, nicht zu lindern. Sie brauchen Bereiche/Räume, in denen sie aufgefangen werden, aufgeklärt werden.

Sie brauchen Gleichaltrige, Gleichgesinnte, damit es einen psychosozialen Austausch geben kann. Die Herausforderung nach der tiefen Erschütterung bei einer Krebsdiagnose und während der Zeit dieser enormen Belastung besteht darin, das Erlebte auch gemeinsam zu bewältigen. Es geht um Rückendeckung bei der Wiedereingliederung in die Schule, bei der Ausbildung oder im Studium.

Es kann um sich anbahnende Konflikte innerhalb der Familie, in der Partnerschaft oder in der Geschwisterbeziehung gehen oder auch um die persönliche Neuorientierung nach der Erkrankung. Die Angst vor dem Leben mit der Krankheit, davor, was die Krankheit mit dem jungen Körper macht und nicht zuletzt die Angst vor dem Tod - sich mit gleichaltrigen Leidensgenossen zu verständigen, wird dazu beitragen, es besser zu ertragen. Die Reimers müssen es wissen, denn dieser Austausch war es, der Aline so fehlte.

Die Aline-Reimer-Stiftung’ begegnet den Ängsten und Nöten betroffener Kinder und junger Erwachsener mittelbar - und unmittelbar.

Sie offeriert individuell abgestimmte Unterstützung und kann eventuelle Isolation abwenden.

Jeder begleitete Patient wird ein kleiner Sieg gegen Krebs sein

und jede erfolgreiche Begleitung wird dem Umfeld Hoffnung für die Zukunft schenken. Lassen Sie mich das Ihnen so sagen, als Sohn eines Vaters, der seinen Kampf gegen den Krebs verlor.

Ich danke den Unterstützern dieser wunderbaren Initiative. Und ich danke der Familie Reimer, dass sie mir die Schirmherrschaft angetragen hat. Ihr Vertrauen ehrt mich – habe ich doch in medizinischer Hinsicht nicht mehr beizutragen als meine x-fachen Filmauftritte im weißen Kittel mit auswendig gelernten medizinischen Fachtermini.

Eines Tages soll es heißen, wir können unglaublich vielen Familien helfen, können Verzweiflung lindern, wir können Tränen trocknen, wir können Perspektiven schaffen und der Endlichkeit des Lebens vielleicht ein wenig den Schrecken nehmen.